Aus dem Ordnungsamt: Hundeauslauf in Wohngebieten

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In vielen Gemeinden Bayerns gibt es satzungsrechtliche Regelungen über die Hundehaltung. Darin wird u.a. ein Anleinzwang oder eine  Ausgehzeitenregelung vorgeschrieben. In der Stadt Dietfurt a.d.Altmühl wurde bisher noch keine solche Reglementierung erlassen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass in der Großgemeinde die Hundehaltung keinerlei Beschränkungen unterliegt.

Rücksichtnahme und Beachtung der Sorgfaltspflicht gelten für jegliche Art von Hundehaltung. Die ungezwungene, freie Art der Hundehaltung erfährt ihre Grenze jedoch spätestens am Einflussbereich anderer Personen; d.h., solange sich Hunde auf dem Grundstück ihres Besitzers befinden, bietet die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes gewissen Schutz vor Eingriffen anderer. Sobald jedoch das Grundstück verlassen wird, gelangt die Handlung in die Öffentlichkeit und damit in den Verfügungs- und Einflussbereich anderer Personen, z.B. Passanten, Nachbarn usw., die sich aus den verschiedensten Gründen durch freilaufende Hunde jeglicher Größe verängstigt, verunsichert oder anderweitig beeinträchtigt fühlen.

In Wohngebieten sollte deshalb jeder Hund an der Leine geführt werden. Werden in einem konkreten Einzelfall schutzwürdige Belange eines Bürgers beeinträchtigt, erlässt die Stadt Dietfurt a.d.Altmühl bisher Einzelfallanordnungen nach Art. 18 Abs. 2 Landesstraf- und Verordnungsgesetzes, mit der Festsetzung von Zwangsgeld.

In diesem Zusammenhang wird auch auf  die Verordnung der Stadt Dietfurt a.d.Altmühl vom 01.12.1999 über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen hingewiesen, wonach die Gehwege, Grünanlagen und Spielplätze nicht durch Hundekot verunreinigt werden dürfen.

In Waldgebieten

In Ausübung des Jagdschutzes (vgl. § 23  Bundes Jagdgesetz –B JagdG) sind die berechtigten Personen nach Art. 42 Abs. 1 Nr. 2 Bay JG befugt, wildernde Hunde und Katzen zu töten. Hunde gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können. Dazu muss der Hund zunächst in der Lage sein, Wild zu gefährden. Auf Hunde, die solchen Rassen angehören, denen eine Jagdpassion generell fehlt, trifft dies ebenso wenig zu wie auf einzelne Tiere, die etwa auf Grund ihrer Größe oder ihres Alters keine Gefahr für das Wild darstellen. Außerdem muss der Hund erkennbar dem Wild nachstellen.

Darüber hinaus handelt gem. Art. 56 Abs. 2 Nr. 9 Bay JG ordnungswidrig, wer Hunde in einem Jagdrevier unbeaufsichtigt frei laufen lässt. Dies führt jedoch nicht notwendig zu einem Leinenzwang. Ein nicht angeleinter Hund ist vielmehr noch so lange unter Aufsicht wie er der Einwirkung seines Herrn untersteht. Strengere Vorschriften gelten in Bayern nur z.B. in Tollwutgebieten, wo Hunde grundsätzlich nicht frei laufen gelassen werden.

In anderen Gebieten

Hier könnte sich ein Leinenzwang aus einer Betretungsregelung gem. Art. 26 Abs. 1 Bay. Naturschutzgesetz ergeben, die durch die unteren oder höheren Naturschutzbehörden erlassen werden. Bisher ist hier keine Regelung getroffen.

Der Bayer. Bauernverband verweist aber auf die Problematik der Verschmutzung von Grünland und im Ackerfutter durch Hundekot und bittet die Hundebesitzer ihre Hunde nicht auf bewirtschaftete Flächen laufen zu lassen.

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