Warum sind die Diet­furter „Chinesen“?

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Wie die Diet­furter zu ihrem Spitznamen und damit auch zu ihrem Chi­ne­sen­fa­sching kamen, erklärt folgende Anekdote:

Der Bischof von Eichstätt sagte einst zu seinem Kämmerer, dass die Dietfurter zu wenig Lehen und Abgaben leisten; er solle dort einmal nach dem Rechten sehen. Die Dietfurter, von der Mission des Kämmerers unterrichtet, verschlossen ihre Stadttore und gewährten ihm keinen Einlass. Verärgert berichtete der Kämmerer seinem Bischof, dass die Dietfurter ihm wie die "Chinesen" vorkämen – sie verschanzten sich hinter ihrer Mauer und nähmen keine Notiz von einem bischöflichen Kämmerer.

Wie lange sich die Dietfurter nun schon Chinesen nennen, weiß niemand genau. In Urkunden der Stadt ist dieses Wort nie erwähnt worden. Einen Nachweis aber bietet der „Kalender für kath. Christen auf das Schaltjahr 1860“ und ein wissenschaftlicher Artikel des Eichstätter Pastoralblattes von 1869, in denen das Dietfurter Gebiet das „Chinesenviertel“ genannt wird. Das setzt einen großen Bekanntheitsgrad des Spitznamens voraus!

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Der Dietfurter Fasching erhielt seine „chinesische“ Färbung wohl erstmals im Jahre 1928.

Damals erinnerte sich die Blaskapelle an den Spitznamen "Chinesen" und trat erstmals in einem Chinesenkostüm am Faschingszug auf. In den Jahren des Dritten Reiches stand das Faschingskarussell fast still; nach Kriegsende wurde erst 1950 wieder der Unsinnige Donnerstag mit Maskenzug gefeiert. Der damalige Bürgermeister Johann Meister und der städt. Kämmerer Josef Schäffer erinnerten dabei an die chinesische Faschingstradition.

Auf einem von Mulis gezogenen Fahrzug saßen sie in chinesische Tracht gekleidet – und waren so gut geschminkt, dass selbst die einheimischen Zuschauer sie nicht erkannten. Fortan gab es wieder jedes Jahr einige chinesische Gruppen im Festzug. 1954 war ein besonderer Tag in der Geschichte des Chinesenfaschings: Das Volk wählte seinen ersten Kaiser. MA-LER-GIE lautete sein Name.

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